Foto: © Kzenon - Fotolia.com

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Als zuständiger Fachausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) stellt der Jugendhilfeausschuss (JHA) die Weichen für die Entwicklung und Ausrichtung der Jugendhilfe im Bezirk. Seit Beginn der aktuellen Wahlperiode bin ich „ordentliches Mitglied“ (Bürgerdeputierter) des Jugendhilfeausschusses Steglitz-Zehlendorf.

Der JHA trifft sich in der Regel monatlich. Als Teil des Jugendamtes ist er zuständig für alle Belange, die Kinder und Jugendliche im Bezirk betreffen. Die Zusammensetzung ist gesetzlich geregelt: Ihm gehören neben Bezirksverordneten aller Fraktionen Mitglieder der Vertretungskörperschaft des öffentlichen Trägers an (Bezirk) und Frauen und Männer, die von den anerkannten Freien Trägern der Jugendhilfe und der Jugendverbände vorgeschlagen werden. (Siehe auch Wikipedia > Der Jugendhilfeausschuss)

Diese besondere Bedeutung des Ausschusses macht es erforderlich, immer mal wieder den „Kompass“ auszurichten und zu überprüfen, ob man mit der fachpolitischen Arbeit (noch) auf dem richtigen Kurs ist. Es ist wichtig, dass die Arbeit des JHA die wichtigen und richtigen Themen in den Fokus nimmt und sich konsequent an den relevanten (selbst-formulierten) Prioritäten orientiert. Doch was ist wichtig? Was ist richtig? Was sind die relevanten Prioritäten?

Um diese Fragen zu beantworten hat sich der JHA Steglitz-Zehlendorf zusammen mit wichtigen MitarbeiterInnen des Bezirksamtes Ende März diesen Jahres zu einer Klausurtagung in die herrlich gelegene sozialpädagogische Fortbildungsstätte Berlin Brandenburg ins Jagdschloss Glienicke zurückgezogen.

An zwei Tagen haben wir intensiv diskutiert – über Form und Ablauf der Sitzungen, über einen dialog- und kommunikationsfördernden Rahmen und entsprechende Arbeitsformen, über eine Steigerung der Fachlichkeit durch bessere Vorbereitung der Themen und Arbeitsprojekte und über neue  Formen der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.

Konkret wurden folgende – aus meiner Sicht bahnbrechende – Veränderungen der Ausschussarbeit beschlossen:

  • Einführung einer „Jugendfragestunde“ – analog zur „Einwohnerfragestunde“. Hierfür wird in den Jugendeinrichtungen Werbung gemacht. Jugendliche sollen die Chance haben, ihre Anliegen direkt in den Ausschuss einzubringen und zur Diskussion zu stellen;
  • die Tagesordnung wird „entschlackt“, für die Sitzungen soll es Schwerpunkthemen geben, die von einer Vorbereitungsgruppe unter Einbeziehung externen Sachverstandes gestaltet werden sollen. Zu der Vorbereitungsgruppe sollen explizit auch Nicht-Ausschussmitglieder hinzugezogen werden;
  • die Sitzordnung wird „freigegeben“. Bisher saßen die Mitglieder des Ausschusses in „U-Form“ in einem Teil des Saales und die Zuschauer in den hinteren Reihen … jetzt ist diese „Ordnung“ aufgelöst. Wir sitzen buntgemischt (Mitglieder, Zuschauer, BürgerInnen, Jugendliche) verteilt im Saal an Gruppentischen …
  • … was dazu führt (und das war und ist beabsichtigt), dass jede/r der da ist, auch mit diskutieren kann. Diese freizügige Regelung des Rederechts birgt Chancen und Risiken – aber erste Erfahrungen deuten darauf hin, dass die neue Sitzordnung und die Rederechts-Regelung zu einer deutlichen Verbesserung der Diskussionskultur führen werden …
  • verstärkt wird der JHA in den jeweiligen Regionen tagen; die Einrichtungen, in denen getagt wird, sollen – wenn möglich – von den jeweiligen NutzerInnen vorgestellt werden;
  • der Jugendhilfeauschuss hat beschlossen, ein eigenes Blog aufzusetzen und wird – zusätzlich zu Live-Postings auf Facebook und Twitter – auf  www.jha-sz.de regelmäßig über die Arbeit und die aktuellen Themen berichten. Der Redaktionsgruppe gehören Bürgerdeputierte freier Träger und Bezirksverordnete an.

Es wird vielleicht deutlich: Wir haben in relativ kurzer Zeit richtig viel geschafft und – das war eine wichtige Erfahrung – wir waren alle einem guten, konstruktiven Kontakt. Ich bin gespannt auf die weitere Arbeit im JHA und freue mich, wenn die erwarteten Veränderungen schon bald Früchte tragen. Ich werde (auch hier) darüber berichten.

 Thomas Mampel
Geschäftsführer Stadtteilzentrum Steglitz e.V.