Ehrenamt

Sie verdienen nichts daran und tun es meist ohne besondere Anerkennung zu erwarten. Die eine backt Kuchen im Café, die andere sortiert Spenden, der nächste begleitet Behördengänge, ein anderer stellt sich kostenfrei Fragen zu rechtlichen Unsicherheiten – das sind nur wenige Beispiele. So unterschiedlich die Tätigkeiten, so unterschiedlich die Gründe der Menschen, die sie ausüben und doch haben alle einen gemeinsamen Nenner: Sie üben ein Ehrenamt aus. 13 Millionen Menschen in Deutschland sind ehrenamtlich für Vereine, Organisationen, Initiativen oder Ähnlichem tätig. Es ist eine Symbiose zwischen Individuen und Verbänden bei der beide Seiten auf unterschiedlichen Ebenen gewinnen. Der Vorteil für die Verbände liegt auf der Hand. Arbeiten, für die kein Geld zur Verfügung stände, werden getan. Aber profitieren auch die Ehrenamtlichen in einem Maß, das sie nicht als blauäugige Weltverbesserer dastehen lässt?

Gemeinschaft ist ein Grundelement einer jeden Gesellschaft und funktioniert dort, wo Menschen bereit sind etwas mehr zu tun oder zu geben, als sie selber benötigen. Gemeinschaft funktioniert dort, wo gegenseitige Achtung gelebt wird, unabhängig des Vermögens des Einzelnen. Je nach Kraft, Stärke und Fähigkeit wird freies Potential an die Gemeinschaft abgegeben, die daraus bereichert wird. Vereine, Organisationen, Initiativen sind Gemeinschaften, die einem bestimmten Ziel unterliegen und dieses nach Möglichkeiten fördern. So haben soziale Vereine den Menschen selber im Fokus, entwickeln und fördern Perspektiven, die Menschen dort abholt, wo sie es aktuell brauchen und in ihrer Lebenssituation unterstützt. Funktionierende Gemeinschaft, gute Nachbarschaft, einvernehmliches Stadtteilleben und generationsübergreifende Begegnung sind solche Ziele, für die der Staat in direkter Form keine Gelder erübrigen kann. So sind diese Vereine in vielen Bereichen auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen.

Viele Vereine, beispielsweise im sportlichen Bereich oder in bestimmten Interessensgebieten, werden durch ehrenamtliche Vorstandsarbeit ihrer Mitglieder organisiert. Auch eine Vielzahl an Sportangeboten besonders für Kinder- und Jugendliche werden durch ehrenamtliche Trainer ermöglicht, die wenn überhaupt lediglich eine Aufwandsentschädigung bekommen. Im karitativen Bereichen werden Begleitdienste, Hilfs- und Spendenangebote wie beispielsweise Bücherstuben oder Essensausgaben durch Ehrenamtliche bestritten. Kindergärten, Schulen, Freizeitstätten … überall dort, wo Menschen zusammenkommen, trifft man auf das Heer der Ehrenamtlichen. Die Gründe ein Ehrenamt anzutreten sind vielfältig. Oft ist es der Wunsch nicht allein zu sein, oft das Vermögen außerhalb der Erwerbstätigkeit Potential frei zu haben und sehr oft auch eine bestimmte Fähigkeit oder ein besonderes Interesse, das man mit anderen teilen möchte. Gemeinsam haben alle Ehrenamtlichen die Freiwilligkeit und das Wissen für diese Tätigkeit materiell leer auszugehen. Der Gewinn liegt in ideellen Werten, die dem Ehrenamtlichen wiederum ermöglichen Teil einer Gemeinschaft zu sein, etwas zu schaffen oder ein Ziel zu verwirklichen, dass Zufriedenheit und Genugtuung verschafft.

„In der Nachbarschaftsarbeit ist ehrenamtliche Arbeit ein Muss“ sagt Veronika Mampel. Ihr obliegt der Arbeitsbereich der nachbarschafts- und generationsübergreifenden Arbeit und die Koordination der Flüchtlingshilfe des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. Gerade in Großstädten wie Berlin sind Nachbarschaftstreffpunkte, Mehrgenerationen- oder Kinder- und Jugendhäuser aus der sozialen Landschaft nicht mehr wegzudenken. Menschen brauchen Treffpunkte und Möglichkeiten, die sie vor Isolation und Vereinsamung bewahren. Was in früheren Zeiten die Großfamilie oder dörfliche Gemeinschaft leistete, muss in heutiger Zeit auf andere Weise gefunden werden. Gegenseitiger sozialer Halt, Gemeinschaftsgefühl, Unterstützung in problematischen Lebenslagen, aber auch Lebensfreude und Lachen ist in solchen Treffpunkten zu finden. Die Ehrenamtlichen sinnvoll und an passender Stelle einzusetzen, erfordert viel Feingefühl, erzählt sie weiter. Man muss genau zuhören, was der einzelne einbringen und welche Bedürfnisse durch sein Ehrenamt erfüllen möchte. Und natürlich muss das Amt zum Ehrenamtlichen passen, damit es eine fruchtbare Bereicherung für beide Seiten wird. Freude am Leben muss der Ehrenamtliche mitbringen, ebenso wie ein selbstbewusster Umgang mit Herausforderungen in der Arbeit, ein stabiles Selbstwertgefühl und Kritikfähigkeit. Nach dem schönsten Erlebnis im Bereich der ehrenamtlichen Arbeit gefragt, erzählt sie von den jüngsten Erlebnissen in der Flüchtlingshilfe. Die spontane Bereitschaft selbst über Weihnachtsfeiertage zu helfen, der unglaubliche Zulauf bei kurzfristigen Hilfeaufrufen, sind Erlebnisse, die sie immer wieder begeistern. Für diese Erlebnisse ist sie dankbar, bestärken sie sie doch in ihrem Tun und geben Gewissheit, selbst in Krisensituationen nicht allein zu sein.

Es gibt viele Beispiele aus der Arbeit des sozialen Vereins, in denen ehrenamtliche Helfer eingesetzt werden. Mehr noch – in denen es ohne sie schwer wäre das Angebot aufrecht zu erhalten. Ja, Ehrenamtliche sind Weltverbesserer. Menschen, die ihre direkte Umgebung durch ihren Einsatz etwas besser machen. Menschen, die zeitgemäß aus einem guten Motiv anderen das Leben etwas leichter machen und Gemeinschaft und Nachbarschaft ungeheuer aufwerten. Blauäugig sind die Ehrenamtlichen in keiner Weise, denn sie haben erkannt, dass Gemeinschaft nur funktionieren kann, wenn jeder auch etwas an den anderen denkt.

Wenn Sie sich für ein Ehrenamt beim Stadtteilzentrum Steglitz e.V. interessieren stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten offen:

Sie möchten allgemein in der Nachbarschaftsarbeit ehrenamtlich tätig werden, haben aber noch keine konkrete Vorstellung? Sprechen Sie mit Veronika Mampel  – E-Mail v.mampel[at]sz-s.de ! Sie berät Sie und gemeinsam lässt sich ein Ehrenamt finden.

Ehrenamtliche Hilfe im Nachbarschafts-Café des Gutshaus Lichterfelde wird immer dankend angenommen. Hier steht Ihnen Manuela Kolinski, Projektleiterin im Gutshaus Lichterfelde für Ihre Fragen zur Verfügung. E-Mail kolinski[at]sz-s.de, Telefon 030 84 41 10 40.

„Eltern stark und fit machen, ihnen der Rücken stärken – lange bevor es ein Problem gibt“, ist das zentrale Anliegen von Katrin Reiner im Familienstützpunkt und dem wellcome-Projekt. Hier werden Ehrenamtliche gesucht, die jungen Eltern oder alleinstehenden Müttern und Vätern mit zeitlich befristeten Einsätzen helfen. Rufen Sie Frau Reiner an oder schreiben Sie ihr: Katrin Reiner, Elternlotsin Frühe Hilfen und wellcome Koordinatorin, Telefon Mobil  0160 96 20 94 72, E-Mail reiner[at]sz-s.de .

Ähnlich ist das Anliegen, das Martina Riester und ihre Kiezsterne bewegt. Die Kiezsterne sind Ehrenamtliche, die in Familien eingesetzt werde und dort je nach Bedarf Zeit schenken. Das kann Begleitung von der Schule nach Hause sein, zu Freizeitaktivitäten der Kinder, Nachhilfeunterricht oder Unterstützung bei Familienangelegenheiten. Das Team der Kiezsterne wird nach persönlichen Stärken eingesetzt und in regelmäßigen Teamsitzungen unterstützt und begleitet. Martina Riester, Telefon 0157 58 25 65 83, E-Mail m.riester@sz-s.de

Auch in der Integrationsarbeit suchen wir immer ehrenamtlich Unterstützung die vielfältigste Facetten hat. Nachhilfe in einzelnen Fächern, Vorbereitung für Prüfungen, Unterstützung bei Sprachkursen und vieles mehr. Hier steht Ihnen das Integrationsbüro Steglitz offen: Christiane Butler, Telefon 030 75 47 84 44, E-Mail butler[at]sz-s.de oder wenn sie konkret die Gemeinschaftsunterkunft Leonorenstraße unterstützen möchten, Martina Riester, Telefon 0157 58 25 65 83, E-Mail m.riester@sz-s.de.

Ein Ehrenamt ist immer eine erfüllende Aufgabe … wir freuen uns auf Ihre Unterstützung.