Podcast „Wir müssen mal reden!“

Reinventing Stadtteilzentrum Steglitz e.V. 

 

Frederik Laloux hat mit seinem Buch „Reinventing Organizations“ für Unruhe bei einigen Mitarbeitenden im Stadtteilzentrum Steglitz e.V. gesorgt – denn viele Kolleg*innen spüren: Es muss sich was ändern in der Art und Weise, wie wir Organisationen – auch und vor allem soziale – organisieren und führen. Der Untertitel des Buches gibt einen ersten Hinweis worum es vor allem geht: “Ein Leitfaden zur Gestaltung neuer Formen der Zusammenarbeit und einer neuen Führungskultur“. Die gekürzte und illustrierte Version „visual“ des Buches spricht im Untertitel von „sinnstiftenden Formen der Zusammenarbeit“.

Knapp zusammengefasst:

  • die alten, hierarchisch organisierten Organisationen und Unternehmen funktionieren nicht mehr – bzw. haben zunehmend das Problem, auf neue Anforderungen in einer komplex vernetzten Welt nicht mehr  angemessen schnell und gut reagieren zu können;
  • in einer komplex vernetzten Welt braucht es Organisationsformen, die schnell und flexibel reagieren und sinnvolle, fach- und sachgerechte Antworten geben können;
  • sinnvolle fach- und sachgerechte Antworten kommen selten vom „Management“ oder den Leitungskräften allein. Die Sachverhalte sind i.d.R. so komplex, dass es notwendig, sinnvoll und angemessen ist, alle Mitarbeitenden der Organisation mit in die Entwicklung von Entscheidungsprozessen und Entscheidungen einzubinden, um sicher zu stellen, dass alle Perspektiven mit in diese Prozesse einfliessen;
  • dies stellt hohe Anforderungen an die Gestaltung der internen und externen Kommunikation und
  • stellt alle Hierachien radikal in Frage bzw. löst sie auf. Nicht mehr „die da oben“ entscheiden, sondern, der/diejenige im Team, im Projekt, der/die  bezogen auf den jeweiligen Sachverhalt am meisten weiss, am kompetentesten ist,
  • wobei sich die Rollen im Team und in der Organisation in der Folge abhängig von der Sitiuation / Anforderung immer mal wieder verändern (können);
  • Prinzipien der Selbstführung und Selbstorgansiation sind tragende Elemente dieser neuen „evolutionären Organisationen“,
  • die es ermöglichen Sinn, Ganzheit und Entwicklung in der täglichen Arbeit zu (er-) leben.

Das klingt alles sehr theoretisch und abstrakt. Und nicht alles ist in einem, zwei oder drei Jahren umsetzbar. Es geht um die mittel- und langfristige Veränderung der Unternehmenskultur, um die evolutionäre Entwicklung der Haltungen aller Mitarbeitenden aller Hierachiestufen.

Wie so etwas im „wirklichen Leben“ aussehen kann, sehen wir wunderbar bei Buurtzorg, einem niederländischen gemeinnützigen ambulanten Krankenpflegedienst, der 2007 gegründet wurde und unter ähnlichen Rahmenbedingungen litt, wie der Rest der Gesundheits- und Sozialbranche. 12 Jahre später ist Buurtzorg mit 10.000 Mitarbeitenden Marktführer in Holland – und drängt nun auf den deutschen Markt.

Ein Weg auch fürs Stadtteilzentrum Steglitz e.V. ?

Zwischenzeitlich hat es mit die Kitaleitungen und den Stellvertretungen sowie den Arbeitsbereichsleitungen unseres Vereins ein erstes „kick-off“-Treffen gegeben. Der Arbeitsbereich Kindertagesstätten im Stadtteilzentrum Steglitz soll quasi eine „Pilotfunktion“, eine Vorreiterrolle im SzS übernehmen, die anderen Arbeitsbereiche und Projekte werden in den nächsten Wochen mit „ins Boot geholt“.

Mit den Kitaleitungen werden zunächst die „theoretischen Hintergründe“, best-practice-Beispiele aus anderen Unternehmen und eigene Ideen und Ansätze besprochen, dann werden die Teams informiert und eingebunden und in der Folge werden wir zusammen  mit den Mitarbeitenden definieren, wie der Prozess bezogen auf ihre jeweilige Einrichtung und ihr Team begonnen werden könnte.

Wichtig: Wie der Prozess abläuft und mit welchen Themen sich die Teams zunächst beschäftigen und zu welchen Ergebnissen wir da kommen, ist vollkommen offen. Ergebnisoffenheit gehört unverzichtbar zum Prozess – alles andere würde den Anspruch auf Selbstführung und Selbstorganisation konterkarieren.

Auf unserer Website und auf dem Blog unseres Geschäftsführers Thomas Mampel (www.mampel.de) werden wir versuchen, alle Interessierten auf dem Laufenden zu halten. Gern können Sie  hierzu auch unseren neuen Podcast folgen: „Wir müssen mal reden!“ – reinhören lohnt sich.

Hier geht’s zum Podcast!