Heute, am 15. September 2026 fand in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek in Steglitz-Zehlendorf der zweite Demokratietag statt. Unter dem Titel „Was hält uns zusammen? Wie Emotionen Demokratie beeinflussen“ kamen von 11.00 bis 19.00 Uhr Nachbar*innen, Fachkräfte, Engagierte und zahlreiche Organisationen zusammen, um über gesellschaftlichen Zusammenhalt, politische Emotionen und demokratisches Handeln ins Gespräch zu kommen. Auch das Stadtteilzentrum Steglitz e. V. war mit zwei Kolleginnen der Registerstelle Steglitz-Zehlendorf vertreten.
Demokratie lebt vom Mitmachen
Der Demokratietag bot ein breites Programm aus Keynotes, Workshops, Gesprächsrunden und interaktiven Ständen. Themen waren unter anderem gesellschaftlicher Zusammenhalt, Beteiligung, politische Emotionen, Desinformation, Konfliktlösung und der Umgang mit rechtsextremen Symbolen und Erscheinungsformen.
Neben vielen Initiativen und Vereinen aus Steglitz waren sogar über den Bezirk hinaus zahlreiche Akteur*innen der Demokratiebildung beteiligt, darunter DEVI e. V., das Education Innovation Lab, Radikale Töchter, JoDDiD – die John-Dewey-Forschungsstelle für die Didaktik der Demokratie, Spreuweizen und eine große Zahl weiterer Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen.
Von Hoffnung zu Handlung
Impulse gaben unter anderem Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschüler:innenkonferenz, sowie die Aktivist*innen von Radikale Töchter. In ihren Beiträgen wurde deutlich: Junge Menschen wollen Verantwortung übernehmen und Gesellschaft mitgestalten. Dafür brauchen sie Räume, Vertrauen und die Möglichkeit, ihre Perspektiven einzubringen.
Die Veranstaltung machte außerdem Mut, politische und gesellschaftliche Emotionen nicht den Populist*innen und Extremist*innen zu überlassen. Wut, Sorge und Unsicherheit können lähmen – sie können aber auch der Ausgangspunkt für Veränderung sein. Wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen, einander zuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen, können daraus Hoffnung, Mut und demokratische Handlungsfähigkeit entstehen.
Zivilcourage beginnt im Alltag
Für uns als Stadtteilzentrum Steglitz e. V. war der Demokratietag eine gute Gelegenheit, die Arbeit der Registerstelle sichtbar zu machen und mit Menschen aus dem Bezirk ins Gespräch zu kommen. Unter dem Titel „Was würdest du tun? Mut und Zivilcourage im Alltag“ lud die Registerstelle dazu ein, über diskriminierende und menschenfeindliche Situationen im Alltag nachzudenken und sich auszutauschen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wir reagieren können, wenn Menschen ausgegrenzt, beleidigt oder angegriffen werden – und wie aus Betroffenheit konkrete Zivilcourage entstehen kann. Demokratie zeigt sich nicht nur an Wahlurnen oder in politischen Debatten. Sie zeigt sich auch im Alltag: wenn wir widersprechen, wenn wir Betroffene unterstützen, wenn wir diskriminierende Aussagen nicht unwidersprochen lassen und wenn wir uns für ein respektvolles Miteinander einsetzen.
Der Demokratietag hat gezeigt, wie viel demokratische Kraft in unserem Bezirk vorhanden ist. Viele Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen engagieren sich bereits – auf ganz unterschiedliche Weise und mit verschiedenen Schwerpunkten. Genau diese Vielfalt macht Mut.
Demokratie braucht viele Stimmen, offene Ohren und Menschen, die ins Handeln kommen. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten.
Wir gehen davon aus, dass wir die Welt verändern können.