Die Idee ist einfach: Man stellt einen Weihnachtsbaum in einem Rathaus auf. Schreibt Wünsche von bedürftigen Kindern auf Sterne, die am Baum aufgehängt werden. Passanten können sich die Wünsche durchlesen und sich einen aussuchen. Dann besorgen sie das Geschenk, geben es im Rathaus ab, wo es eingepackt wird und dem entsprechenden Kind übermittelt wird. Wunsch erfüllt und mehr als ein Lächeln geschenkt. In 11 Rathäusern der Berliner Bezirke stehen in diesem Jahr solche Wunschbäume. Doch sie haben ein Problem: Sieben der Bäume sind leergewünscht.

Die Idee hätte er aus Nordrhein-Westfalen mitgebracht, erzählt Fayez Gilke. Dort sah er in einer Bank so einen Tannenbaum. Er erstellt ein Konzept, ging damit zum Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg und stieß auf offene Ohren. Das war 2014 und es konnten 55 Wünsche von Kindern erfüllt werden. Vier Jahre später sind es etwa 1500 Wünsche, die erfüllt werden können und 11 Bezirke, die diese Aktion unterstützen. Der ehrenamtliche Aufwand, dies alles zu organisieren wurde so groß, dass schon 2015 der Verein „Schenk doch mal ein Lächeln e.V.“ mit mittlerweile 30 Mitgliedern gegründet wurde.

Die Wunschbaum-Aktionen werden schon im Februar des jeweiligen Jahres begonnen. Es gibt immer viel zu tun. Genehmigungen müssen eingeholt werden, Räume organisiert und Einrichtungen mit potenziellen Kindern gesucht werden. Es müssen Kontakte geknüpft werden und neben vielen administrativen Tätigkeiten auch ein Netzwerk von Unterstützern gepflegt werden. Ganz besonders viel Bedarf an Hilfe besteht, wenn im Dezember alle Geschenke abgegeben wurden und eingepackt werden müssen. Dazu braucht die Aktion auch in diesem Jahr viele HelferInnen. Für Steglitz-Zehlendorf am Sonntag, den 16. Dezember, wo ab 11 Uhr im Raum C22 des Zehlendorfer Rathauses die Geschenke gepackt werden, damit sie rechtzeitig zum Fest abgeholt werden können.

Das Rathaus Zehlendorf ist in diesem Jahr das erste Mal dabei. Fayez Gilke erzählt, dass er hier sofort Zuspruch bei der Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski fand. Allein ein paar Dinge um die Sicherheit des Baumes mussten geklärt werden. Er bekam eine Liste mit Einrichtungen aus der Kinder- und Jugendarbeit für mögliche Wunschkinder. Der Eröffnungstermin mit der Bezirksbürgermeisterin war auch problemlos verabredet und es konnte beginnen. Womit er nicht gerechnet hatte, war der große Zuspruch der Steglitz-ZehlendorferInnen. Schon am 4. Dezember waren die Sterne und Wünsche vom Zehlendorfer Baum abgepflückt.

Auch anderen Wunschbäumen geht es so. Von 11 Bäumen in den Berliner Bezirken sind sieben zum jetzigen Zeitpunkt schon leer. In Steglitz-Zehlendorf hatte nur eine Einrichtung von der bürgermeisterlichen Liste geantwortet. So dürfen sich etwa 60 von insgesamt 120 Kindern aus einer Einrichtung des Stadtteilzentrum Steglitz auf ihre Geschenke freuen. Gilke würde sich aber sehr freuen, wenn noch mehr Kinder erreicht werden könnten. Auch die Bäume in Spandau, Treptow, Köpenick, Schöneberg, Pankow und Charlottenburg sind leer.

Die Sterne liegen fertig bereit – was fehlt, sind Wünsche. Einrichtungen, die sich beteiligen möchten, sollen sich bei der Aktion melden. Es bedarf nur einer E-Mail mit dem Bezirk, dem Namen des Kindes, das Alter, Geschlecht und eben der Wunsch. Dann wird der Wunsch auf einen Stern geschrieben und an den entsprechenden Baum gehängt. Fayez Gilke hofft sehr, dass so noch viele Kinderwünsche gefüllt werden können und spendenfreudige Passanten auch tatsächlich einen passenden Stern am Wunschbaum finden.

Bei der Frage, was für ihn der bisher schönste Wunsch gewesen sei, stockt Gilke etwas. Es sind nicht nur Kinder aus weniger finanzkräftigen Elternhäusern dabei. Viele Kinder leben in Hospizen oder Krankenhäusern, weil sie schwer krank sind. Wenn sich dann ein Betreuer für ein Kind eine Lavalampe wünscht, weil das Kind nur noch auf Licht reagiert, wird es schwer fröhlich zu bleiben. Aber es sind oft auch Dinge dabei, wie zum Beispiel der Wunsch eines Jungen nach einem weichen Fußball, damit der kleine Bruder mitspielen kann und sich nicht wehtut.

Kennen Sie Einrichtungen mit Kindern, denen unbedingt ein Wunsch erfüllt werden sollte? Melden Sie sich bitte per E-Mail: vorstand[at]sdmel.de oder rufen Sie bei Fragen unter 0171 883 59 60 an. Denn: Was gibt es Schöneres, als ein Lächeln zu schenken?

Dies ist eine Aktion des Vereins „Schenk doch mal ein Lächeln e.V.“ – weitere Informationen finden Sie unter http://sdmel.de/ denn auch dieser Verein kann gut Unterstützung und Sponsoren gebrauchen.

Anna Schmidt