20 Jahre Stadtteilzentrum Steglitz e.V. – Grußworte

Grußwort des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, zum 20-jährigen Bestehen des Stadtteilzentrums Steglitz e. V. im November 2015

Herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Bestehen des Stadtteilzentrums Steglitz e. V. und zu zwei Jahrzehnten äußerst erfolgreicher Arbeit für eine lebendige Nachbarschaft! Niemand ahnte im Jahr 1995, als das Stadtteilzentrum Steglitz e. V. gegründet wurde, dass es zwanzig Jahre später zu einem so wichtigen Ort der Begegnung und des sozialen Miteinanders werden würde. Von der Kita bis zum Seniorenzentrum reicht die Palette seiner Einrichtungen heute. Es ist offen für Kinder und Jugendliche, die dort spannende Freizeitaktivitäten mitmachen können. Und im Stadtteilzentrum Steglitz finden Anwohner und Anwohnerinnen auch viele sinnvolle Aufgaben für ein ehrenamtliches Engagement, aktuell zum Beispiel im Bereich der Flüchtlingshilfe. Für viele Menschen ist das Stadtteilzentrum zu einem starken und zuverlässigen Partner bei der Gestaltung guter Lebensbedingungen im Kiez geworden. Ich danke daher allen 170 festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den 23 Einrichtungen des Stadtteilzentrums Steglitz e. V. sowie allen ehrenamtlich Aktiven für ihre wichtige Arbeit – zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger in Steglitz und im Zeichen eines solidarischen Zusammenhalts. Für die Zukunft wünsche ich dem Stadtteilzentrum Steglitz e. V. alles Gute und allen, die sich für ein gelingendes soziales Miteinander stark machen, weiterhin viel Freude an ihrem Engagement.

Michael Müller
Regierender Bürgermeister von Berlin


Liebes Team des Stadtteilzentrums, liebe Besucherinnen und Besucher,

ich beglückwünsche das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. herzlich zum zwanzigjährigen Jubiläum. Wer hätte vor 20 Jahren, als am 30. November 1995 ein paar engagierte Menschen einen kleinen Treffpunkt in Lankwitz eröffneten, gedacht, dass deren Kreativität und Ideenreichtum fortan der Nachbarschaftsarbeit im Kiez einen neuen Stellenwert geben sollte. Dass die vielen Engagierten in den folgenden Jahren eine generationenübergreifende Begegnungsstätte entwickeln und durch Ihre Tatkraft, Beharrlichkeit und Begeisterung ein Herz im Kiez zum Schlagen bringen. Das Stadtteilzentrum Steglitz entwickelte sich in diesen zwanzig Jahren rasant und ist von der Kita bis zum Seniorenzentrum, in Schul- und Jugendeinrichtungen, der Nachbarschafts- und Familienarbeit und der Flüchtlingshilfe aktiv. Hierbei zeigt es sich als stabiler Partner für ein großes Netzwerk sozialer Vereine, Einrichtungen und Betriebe im Bezirk. Das Stadtteilzentrum Steglitz bietet den Raum für engagierte Menschen im Kiez, Ideen zu entwickelten und sich mit Überzeugung um die Belange von Menschen aller Altersgruppen, Nationalitä- ten und Herkunft kümmern. Es tritt für die Einhaltung moralischer Werte ein, setzt ein klares Zeichen für Demokratie und gegen Diskriminierung und ist auch bei Notlagen schnell zur Stelle. Ganz aktuell ist hier die schnelle Hilfe des Stadtteilzentrums Steglitz bei den Engpässen im Bereich der Flüchtlingsunterbringung zu nennen, in der in kürzester Zeit erfolgreich Hilfe organisiert wurde. Es kann an dieser Stelle gar nicht genug hervorgehoben werden, dass hier mit einer beispiellosen menschlichen Wärme agiert wurde. Ich bin mir sicher, dass das Stadtteilzentrum Steglitz in seinem Kiez weiterhin eine treibende Kraft bleiben wird. Vielen Dank für die hervorragende Arbeit bisher und viel Erfolg für die Zukunft!

Ihr Mario Czaja
Senator der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales


Liebe Leserinnen und Leser,

in der Regel sind es gerade die kleineren Dinge, die unser Leben bereichern – in unserem Bezirk sind das unsere Kieze. Deshalb war und ist es wichtig, sozusagen vor der eigenen Haustür, allen Bürgerinnen und Bürgern einen nachbarschaftlichen, niedrigschwelligen Begegnungsort und Treffpunkt mit kompetenten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern für die unterschiedlichsten Belange anzubieten. Und das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. erfüllt hier seit nunmehr 20 Jahren eben diese Funktion überaus zuverlässig, in dem es sich für eine lebendige, soziale und ökologische Stadtteilkultur einsetzt. Es hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten überaus erfolgreich als ein nicht mehr wegzudenkendes Forum, als verlässlicher Partner im Bezirk etabliert, der sich durch hohe Qualität und Kontinuität auszeichnet. 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 20 Projekten kümmern sich um zahlreiche Belange der Menschen im Kiez in einem unabhängig von Alter, Herkunft, politischer oder konfessioneller Zugehörigkeit und in einem von Toleranz und Respekt geprägten Umfeld; aktuell möchte ich besonders die wichtige Arbeit im Rahmen der Flüchtlingshilfe hervorheben. In diesem Sinne gratuliere ich dem engagierten Team und allen ehrenamtlich Beteiligten zu diesem Jubiläum herzlich und sage vielen Dank für das in der Vergangenheit Geleistete, auf dass Sie zu recht sehr stolz sein können! Für die Zukunft wünsche ich uns allen weiterhin ein solch gut funktionierendes Stadtteilzentrum Steglitz. Und ich bin fest davon überzeugt, dass dieses auch zukünftig, über die nächsten 20 Jahre hinaus, erfolgreich Bestand haben wird.

Ihr Norbert Kopp
Bezirksbürgermeister


Liebes Team des Stadtteilzentrums Steglitz, liebe Leserinnen und Leser!

Ich möchte Ihnen herzlich zum runden Jubiläum des Stadtteilzentrums Steglitz gratulieren. Seit 20 Jahren engagieren sich mittlerweile 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zahlreichen Projekten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene erfolgreich in der Nachbarschaftsarbeit und schaffen damit die Grundlage für die gesellschaftliche Teilhabe und das bürgerschaftliche Engagement der Menschen in unserem Bezirk. Durch generationsübergreifende Angebote wird ein wichtiger Beitrag zum Verständnis zwischen der jüngeren und der älteren Generation geschaffen. Das Stadtteilzentrum Steglitz versteht sich als ein bezirklicher Treffpunkt für alle Bürgerinnen und Bürger. Auch setzen Sie sich für die Themen Integration und Flüchtlingsarbeit ein und leisten hiermit Großes für die Gesellschaft. Zu meiner Abteilung gehören ebenso die Runden Tische in Steglitz-Zehlendorf. Das Stadtteilzentrum Steglitz ist hier seit Jahren ein verlässlicher Partner und Organisator, wenn es um die Verbesserung der Lebensqualität im Kiez geht, wenn es darum geht, Sorgen, Ängste und Veränderungswünsche der Bürgerinnen und Bürger anzuhören und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Für dieses Engagement möchte ich mich bei Ihnen allen bedanken! Abschließend wünsche ich Ihnen für die nächsten 20 Jahre weiterhin ungebrochenes Engagement, großen Zusammenhalt und viel Erfolg bei den Aufgaben, die in der Zukunft auf Sie zukommen werden!

Ihre Cerstin Richter-Kotowski
Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur, Sport und Bürgerdienste


Als Stadträtin für Jugend freue ich mich, Ihnen heute zum 20-jährigen Jubiläum des Stadtteilzentrums Steglitz gratulieren zu können.

20 Jahre Stadtteilzentrum – das bedeutet Kindertagesstätten, Kulturarbeit, Ehrenamtsförderung, Rechts- und Sozialberatung, Runder Tisch, Schulstation, Schülerclub, Seniorenclub, Nachbarschaftszentrum, Jugendarbeit, Schulhort, Stadtteilzeitung und das bedeutet auch innovative vernetzte Jugend- und Sozialarbeit im Bezirk. In den letzten 2 Jahren ist es auch ein gemeinsames Projekt der sozialräumlichen Jugendhilfearbeit, mit viel Vertrauen untereinander und hoher Bereitschaft das Gemeinwohl über eigene Interessen zu stellen. 20 Jahre Stadtteilzentrum heißt auch Nachhaltigkeitscheck auf der Basis eines zertifizierten Systems. Das bedeutet nicht nur zu glauben man sei gut, sondern sich auch einem prüfenden Audit zu stellen und zertifizieren zu lassen, definitiv keine Selbstverständlichkeit. Was mich als grüne Stadträtin natürlich besonders freut, ist eine über das normale Maß hinausgehende Vernetzung und Kooperation innerhalb des Bezirks. In den letzten Jahren heißt es auch eine immer intensivere Teilnahme an den stadtweiten fachlichen Diskussionen der Jugendhilfe – ohne Thomas Mampel wäre der Jugendhilfeblock des DPW kaum in dieser Qualität denkbar. Das Stadtteilzentrum Steglitz hat früh verstanden und auch gehandelt – zu den Menschen im Bezirk gehören nicht nur diejenigen, die schon seit vielen Jahren hier leben. Zu uns gehören auch viele Menschen die neu hinzukommen sind, weil sie sich hier endlich eine Zukunft erhoffen. Diese Menschen sind eine Chance für Deutschland und wir müssen ihnen am Anfang Hilfestellung geben. Dabei geht es darum sich bei uns zurechtzufinden, die Sprache zu lernen, das Gesundheitssystem kennenzulernen, eine Ausbildung zu machen und einfach uns Berliner mit unseren Eigenarten, unserer Mentalität unseren Stärken und Schwächen kennenzulernen und zu verstehen. All dies kann nicht nur staatlich organisiert werden. Der Kontakt von Mensch zu Mensch, das persönliche Gespräch, erste Kontakte und Freundschaften, können nur im persönlichen Umgang erfolgreich entwickelt werden. Diese stellt in den letzten Monaten einen Schwerpunkt der Arbeit des Stadtteilzentrums dar. Steglitz-Zehlendorf ohne das Stadtteilzentrum – da würde zu vieles fehlen, Steglitz ohne das Stadtteilzentrum, das ist für mich fast undenkbar. Daher bedanke ich mich für das bisher Geleistete und hoffe auf viele weitere Jahre guter konstruktiver Zusammenarbeit zum Wohle der Menschen in unserem Bezirk.

Christa Markl-Vieto
Bezirksstadträtin für die Abteilung Jugend, Gesundheit, Umwelt und Tiefbau


Zum 20-jährigen Jubiläum des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

Wie ist es dazu gekommen, dass das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. entstehen konnte und wir in diesen Tagen sein 20-jähriges Bestehen feiern können? Dazu brauchte es damals zwei Leute, die etwas Außergewöhnliches tun, nämlich den Nachbarschaftsverein Lankwitz zu gründen, der sich dann vor ein paar Jahren zum Stadtteilzentrum Steglitz e.V. (SzS) gewandelt hat. Die Vorstellung, dass mit der Gründung eines solchen Vereins etwas dauerhaft Lebensfähiges geschaffen werden könnte, erschien mir vor 20 Jahren völlig aberwitzig. Die tatsächliche Entwicklung hat mich eines Besseren belehrt. Treibende Kräfte der Vereinsgründung waren Veronika und Thomas Mampel, die mit beachtlicher Entschlossenheit, Energie und unerschöpflichem Optimismus dieses Projekt aus der Taufe gehoben und über all die Jahre mit bemerkenswerter Ausdauer vorangetrieben haben – zum Gewinn für den Bezirk, seine Bürger und für zahlreiche MitarbeiterInnen, die sich von der positiven Lebenshaltung und Zielstrebigkeit haben anstecken lassen. Aber zum dauerhaften Gelingen dieses Projekts gehörte auch Glück: Die richtigen Leute, die im richtigen Augenblick mitmachen, Sponsoren, die in der Not helfen, Chancen, die erkannt und genutzt werden wollten, um das SzS am Leben zu erhalten und weiterzuentwickeln. In den über 20 Jahren, die ich Veronika und Thomas bei ihrer Arbeit begleite, habe ich immer wieder beobachten können, dass die beiden einen untrüglichen Riecher für Chancen hatten und diese immer wieder zu nutzen wussten. Individuelles Engagement der beiden und das notwendige Quäntchen Glück haben diese 20 Jahre erfolgreicher Gemeinwesen- und Sozialarbeit des SzS möglich gemacht. Herzlichen Glückwunsch zu 20 Jahren erfolgreicher Arbeit zweier tatkräftiger Menschen!

Hanfried Wiegel-Herlan,
Mitglied des Vorstandes SzS


Flexibel und lernfähig in die Zukunft – Stefan Wagner im Gespräch

SZ: Sie haben das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. – damals noch unter dem Namen „Nachbarschaftsverein Lankwitz aktiv“ im Jahr 1996 kennengelernt. Sie haben über den Verein eine Studie verfasst. Worum ging’s?

Wagner: Das NBH Lankwitz war innerhalb der deutschen Sozialorganisationen zum damaligen Zeitpunkt ein neues Phänomen. Im Gegensatz zu anderen Strukturen war es nicht, oder kaum mit staatlichen Fördermittel finanziert, sondern zog seine Finanzen aus anderen Quellen. Das verschob den Focus der Angebote: Wenn diese mit dem Staat ausgehandelt werden, dominieren die Staatsinteressen. Die Bürger und ihre Bedürfnisse sind dann eher sekundär. Wenn man von „privaten“ Quellen Geld haben will, muss es für die Geldgeber attraktiv sein, Geld zu geben. Dabei spielt oft eine Rolle, dass der Spendende bei den Bürgern gerne beliebt wär. Also stehen bei nichtstaatlichen Geldquellen eher die Bürger und ihre Interessen im Zentrum der Arbeit, denen muss das Angebot schmecken, und nicht die Gleichgewichte in sozialen und politischen Netzwerken staatlicher Förderstrukturen.

SZ: Wie waren die Reaktionen auf Ihre Studie?

Wagner: Die Studie ist damals auf englisch erschienen, in sofern waren die Reaktionen im angelsächsischen Sprachraum recht positiv, dort waren solche Strukturen bekannt. In Deutschland ist sie wegen der Sprachbarriere nur wenig wahrgenommen worden. Da wo es geschah, wurde eher Befremden geäußert. Im Prinzip war das Handel des NBH Lankwitz ja „Social Entrepreneurship“, wie man heute sagen würde, aber den Begriff gab es noch nicht, und insofern dominierte Irritation. Als der Begriff dann geprägt war, war die Studie aus der Wahrnehmung der Fachwelt verschwunden.

SZ: Wie würde die Studie heute in der Fachwelt aufgenommen werden? Hat sich der Blick auf das Thema „Social Entrepreneurship“ möglicherweise verändert?

Wagner: Er wäre anders. Heute sind in England Sozialunternehmen und Nachbarschaftsheime in einem Verband organisiert und unterstützten und befruchten sich gegenseitig in ihrer Arbeit. In Deutschland gibt es jede Menge „Social Enterprises“ und ihnen wird von Regierungsseite die Rolle eines Veränderungsagenten zugewiesen, der sie auch sind. Der von ihnen ausgehende Veränderungsdruck wird in den Sozialverbänden deutlich wahrgenommen, teilweise mit Abwehr, teilweise mit vorsichtiger Begeisterung. Das Stadtteilzentrum Steglitz ist in meinen Augen ein gutes Beispiel für die lichte, helle Seite dieses Experiments.

SZ: Sie sind Bundesvorsitzender des Verbandes für sozial-kulturelle Arbeit – dem Dachverband aller Nachbarschafts-, Bürger- und Stadtteilzentren in Deutschland und haben daher einen guten Blick auf die „Landschaft“. Wie beurteilen Sie die aktuelle Aufstellung und Ausrichtung des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.? Ist der Verein nach Ihrer Einschätzung gut auf die aktuellen und absehbaren zukünftigen Anforderungen eingestellt?

Wagner: Wenn man bei erfolgreichen Einrichtungen Fachleuten diese Frage stellt, ist die Antwort immer erst mal „ja!“ Ganz einfach deswegen, weil es bisher mit der Einrichtung ganz gut geklappt hat. Und da keiner die Zukunft voraussehen kann, sieht auch in der Regel niemand ungewöhnliche zukünftige Ereignisse mit Sicherheit voraus, die Stress erzeugen und Organisationen überfordern. Wie das Stadtteilzentrum allerdings in den letzten Monaten auf die Flüchtlingskrise reagiert hat, pragmatisch, kreativ und mit Augenmaß, und dazu innovativ und zupackend, legt nahe, das hier eine Organisation entstanden ist, die flexibel und lernfähig ist und gut mit allen möglichen Situationen umgehen kann. Was will man mehr?

SZ: Welche 3 Tipps würden Sie dem Stadtteilzentrum für die nächsten 20 Jahre mit auf den Weg geben?

Wagner: 1. Habt das Ohr im Stadtteil, arbeitet mit den Bürgern und nicht für sie; 2. Seid mutig und habt keine Angst; und 3. Seid neugierig und kreativ

SZ: Vielen Dank für das Interview Herr Prof. Dr. Wagner.


Liebe Stadteilzeitung Steglitz-Zehlendorf,

nun wirst Du bald 20 Jahre. 20 Jahre, das ist eine lange Zeit, da wird ein Kind groß und eine Katze alt. Vor so langer Zeit kamst Du jugendlich als Stadteilbote daher und gehörtest zu einem kleinen innovativen, mache sagten damals auch verrücktem Stadteilprojekt in Lankwitz, dem Nachbarschaftsheim Lankwitz. Das Bild auf der ersten Ausgabe war gezeichnet, und wenn man die Figuren auf dem Bild genau betrachtet, dann kann man nur sagen, Seyfried lässt grüßen. Heute bist Du erwachsen geworden. Ich weiß nicht, wen Du geheiratet hast, aber Du heißt jetzt Stadteilzeitung Steglitz-Zehlendorf und wirkst sehr professionell. Selbst den immer noch in der aktuellen Ausgaben vorhanden Zeichnungen sieht man den Photoshop an, und das ganze wirkt unheimlich seriös und sehr professionell. Wenn man dann aber die Artikel liest, auf den Werbeseiten die vielen sozialen Angebote anschaut, dann wird deutlich, dass man hier eine besondere Zeitung in Händen hält. Eine Stadtteilzeitung von Bürgern für Bürgern, in der all die Liebe zum Kiez und zur Nachbarschaft spürbar ist, die das Leben im Südwesten Berlins so angenehm macht. Ich wünsch Dir noch viele Jahre Erfolg und Nähe zu den Menschen deines Bezirks. Herzlichen Glückwunsch zum 20 jährigen Bestehen!

Prof. Dr. Stephan F. Wagner
Bundesvorsitzender des „Verbandes für sozialkulturelle Arbeit“

Nachhaltigkeit im Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

Die Nachhaltigkeits-Urkunde als Pdf

Dann machen wir das auch!

Der Geschäftsführer des Stadtteilzentrums Thomas Mampel im Gespräch mit der Stadtteilzeitung zum 15 Jubiläum des Vereins!

Sie sind ja auch einer der Mitbegründer des Stadtteilzentrums, wie hat alles angefangen?

Schon während des Studiums der Sozialarbeit haben einige Kommilitonen und ich die Idee gehabt, einen Verein zu gründen. Wir wollten etwas Eigenes machen. Die vielfältigen sozial-kulturellen Angebote und Hilfen im nachbarschaftlichen Bereich in Berlin beeindruckten uns. In Lankwitz war die Situation diesbezüglich trostlos. Da gab´s das alles nicht! Also haben wir uns entschieden, in Lankwitz Nachbarschaftsarbeit zu machen: Mit einem Laden in der Wedellstraße als Nachbarschafttreffpunkt und viel ehrenamtlichem Engagement nahm unser damals noch kleiner, sympathischer Verein die Herausforderung an. Wir haben relativ erfolgreich Vereinsmitglieder geworben, viele Leute aus der Nachbarschaft zur Mitarbeit gewonnen. Dann stand das Sanierungsvorhaben der GSW  in der Belß-/Lüdeckesiedlung an und die GSW bezog uns in den Kommunikationsprozess mit den Anwohnern ein. Das war die Geburtsstunde der Stadtteilkonferenzen in Lankwitz. Die erste fand im Mai 1996 statt … Irgendwann wurden wir dann auch gefragt, ein gefördertes Projekt auf der Alten Eisbahn in Lankwitz zu machen, das erste Mal mit bezahlten Mitarbeitern … Mittlerweile ist der Verein ein wichtiger sozialer Dienstleister in Steglitz-Zehlendorf bzw. in Berlin. Wir sind zufrieden mit der bisherigen Entwicklung – aber im Vergleich zu anderen, wichtigen  Trägern sind wir immer noch eine  „kleine Nummer“: Wir haben jetzt ca. 80 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von ca. 3 Mio. Euro.
In den Anfangsjahren war es der pure Überlebenskampf. Wir bemühten uns, mit möglichst vielen Standbeinen das noch wacklige Gebäude am Leben zu erhalten. Jede neue Aufgabe, jedes neue Projekt war eine Herausforderung, Aber wir sind mit unseren Aufgaben gewachsen. Mittlerweile erfolgt die Weiterentwicklung des  Vereins schon fast organisch – langsam aber stetig.
Wir versuchen, die ganze Lebenswirklichkeit der Menschen hier im Bezirk abzubilden: Wir betreiben Kindertagesstätten und Schulhorte, wir machen Nachmittags- und Ganztagsbetreuung an Oberschulen, Schulsozialarbeit.
Zu unseren Einrichtungen gehören Jugendfreizeitheime genauso wie Nachbarschafts- und Bürgertreffpunkte mit verschiedenen Beratungs- und Serviceangeboten und eine Senioreneinrichtung. Wir versuchen also, Menschen, die hier im Bezirk leben, in allen Phasen ihres Lebens hilfreich zur Seite zu stehen und mit Ihnen gemeinsam etwas zu entwickeln.

Welche Zukunftspläne und -visionen hat das Stadtteilzentrum?

Wir stellen uns immer wieder die Frage, an welchen Punkten die Leute, die hier leben, etwas brauchen. Etwas, was es bisher nicht gibt oder was wir besser organisieren können. Zwei Themen beschäftigen uns da langfristig: Das Thema Schule, dass uns aufgrund der vielfältigen Erfahrungen mit schulischen Einrichtungen und der Kommunikation mit Eltern, Kindern und Jugendlichen
interessiert. Hier entwickeln wir derzeitig  Vorstellungen und Konzepte, wie Schule besser funktionieren kann. Mittelfristig wären wir gern Träger einer „Freien Schule“.
Und zum anderen das Thema Sport: Viele wollen Sport treiben als Teil des nachbarschaftlichen Miteinanders und nicht im Verein. Allerdings gibt es keine bezirklichen Sporthallen, in denen das so ohne weiteres möglich ist. Deshalb werden wir eine Halle bauen, eine sportorientierte Nachbarschaftseinrichtung für alle Generationen. Das ist der rote Faden, der sich durch 15 Jahre Stadtteilzentrum Steglitz zieht: Wenn´s Dinge nicht gibt und wir der Meinung sind, wir können´s machen, machen wir das auch!

Was tut der Mensch Thomas Mampel in seiner Freizeit, um zu entspannen?

Ich bemühe mich, regelmäßig Sport zu treiben, Joggen zu gehen … Und dann ist da meine großartige Karriere in der Supergruppe TELTE. TELTE ist die Vereinsband des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.. Musik machen hat für mich fast was Meditatives: Mir gelingt es nicht, mich auf ein Lied zu konzentrieren und gleichzeitig über Arbeit nachzudenken.

Das Interview führte Hagen Ludwig

(Stadtteilzeitung Nr. 142 – November 2010)

Grußworte zum Jubiläum – 15 Jahre Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

Zwei Frage und ein Grußwort

Was verbinden bzw. verbindet Sie mit dem Stadtteilzentrum Steglitz?

KoppIn der Regel sind es gerade die kleineren Dinge, die uns das Leben verschönern und bereichern – in unserem Bezirk sind das unsere Kieze. Man lebt in Steglitz-Zehlendorf eben in Steglitz, Lichterfelde, Dahlem, Lankwitz oder Südende, dort, wo man den Marktverkäufer beim Namen nennt, mit Nachbarn auf der Straße ein Schwätzchen hält und sich auch, z.B. im Sportverein oder der Kirchengemeinde, engagiert.
Deshalb war und ist es wichtig, gerade vor der eigenen Haustür kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für die unterschiedlichsten Belange zu haben. Und das Stadtteilzentrum erfüllt hier seit nunmehr 15 Jahren eben diese Funktion. Es koordiniert die immer zahlreicher werdenden Angebote seiner verschiedenen Einrichtungen und geht auf aktuelle Themen sehr zeitnah in seiner Arbeit ein. Zudem informiert es mittels einer eigenen, monatlich erscheinenden Zeitung mit informativen Interviews, interessanten Berichten und unterhaltsamen Kiezgeschichten. Und ich freue mich sehr darüber, dort jeden Monat auch mit einem Grußwort vertreten zu sein, um über die Arbeit der Bezirksverwaltung zu berichten.

Was wünschen Sie dem Stadtteilzentrum zum Jubiläum?

Ich gratuliere dem gesamten Team zum Jubiläum herzlich und sage vielen Dank für das in der Vergangenheit Geleistete! Für die Zukunft wünsche ich uns allen weiterhin ein solch gut funktionierendes Stadtteilzentrum. Und ich bin fest davon überzeugt, dass dieses auch zukünftig, über die nächsten 15 Jahre hinaus, Bestand haben wird.
Norbert Kopp
Bezirksbürgermeister

 

thomas_haertelIn letzter Zeit geschieht es naturgemäß immer häufiger, dass ich zu runden Geburtstagen oder Jubiläen alter Weggefährten gratulieren darf, für mich ein Zeichen, dass Gutes lange währt! Nun ist es keine Person sondern eine Institution, welche mir sehr ans Herz gewachsen ist und der diese Worte gelten.
Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich im Jahre 1995 in meiner Eigenschaft als Jugendstadtrat des Bezirks Steglitz der Gründung des damaligen Nachbarschaftsvereins Lankwitz in der Einkaufspassage Wedellstraße Ecke Kamenzer Damm beiwohnte. Damals war es zumindest etwas nicht alltägliches, dass sich ein Verein aufmachte, die Angebote des Bezirkes und des Landes an die Bürgerinnen und Bürger zu ergänzen. Schon ein Jahr nach der Gründung war die Mitgliederzahl des Vereins von nur 15 auf stolze 120 Mitglieder gestiegen, was zeigte, dass das Angebot auch auf große Nachfrage stieß.
Mit verschiedensten Projekten und Initiativen entwickelte sich der Verein für die Verwaltung schnell zu einem verlässlichen freien Träger, der nicht nur eine Lücke staatlicher Angebote schloss, sondern vor allem auch Brücken zwischen den Menschen baute. Menschen unterschiedlicher Generationen, Herkunft, Sprache, Kultur, Sozialisierung und sozialer Lage bekamen und bekommen im Stadtteilzentrum Steglitz Gelegenheit, über gemeinsame Aktivitäten und Interessen zueinander zu finden. Hierdurch wurde das Wort „Kiez“ wieder zum Inbegriff von Heimat, Zuhause, Miteinander und Geborgenheit.
Was die Mitglieder des Stadtteilzentrums Steglitz in den vergangenen 15 Jahren geschafft haben, verdient große Anerkennung und meinen Respekt. Ich muss nach dieser enormen Expansion des Vereinsangebotes kein Optimist sein, wenn ich davon überzeugt bin, dass uns in den nächsten Jahren noch so einiges erwarten wird. Ich wünsche allen Beteiligten dafür alles Gute, weiter viel Schaffenskraft, Durchsetzungsvermögen und Mut, dies insbesondere im Interesse der Bürgerinnen und Bürger unseres Bezirkes, in dem auch ich mich, nicht zuletzt Dank derart vorbildlichen Engagements, immer noch sehr wohl fühle.

Vielen Dank dafür!
Ihr Thomas Härtel

hanfried_wiegel-herlanDer Stadtteilzentrum Steglitz e.V. (SZS) geht auf die Initiative von Menschen zurück, die sich mit einem vor 15 Jahren wenig verbreiteten, nämlich unternehmerischen Verständnis in das Feld sozialer Arbeit begeben haben. Sie haben dabei erstaunlichen Ideenreichtum gezeigt, mit beachtlicher Beharrlichkeit zahllose Widerstände überwunden und ein bemerkenswertes Gespür für Chancen entwickelt, die sich zur Realisierung ihrer Träume und Ideen eröffnet haben. Dazu gehört auch, dass es ihnen gelungen ist, immer wieder neue Leute zu gewinnen, die sich für ihre Vorstellungen von sozialer Arbeit verschiedenster Couleur begeistern ließen. Deshalb war und ist das SZS nach meiner Überzeugung so erfolgreich, und es ist mir Ehre und immer wieder Vergnügen, als Vorstand meinen kleinen Beitrag zum Fortgang dieser Arbeit leisten zu dürfen.
Für die Zukunft wünsche ich dem SZS vor allem eines: mehr Unabhängigkeit – eine ähnlich utopische Idee wie diejenige, die vor 15 Jahren am Anfang des Vereins stand. Utopisch deshalb, weil Stadtteilzentren in höchstem Maße von Förderung, Leistungsentgelten, etc. abhängig sind, die zum überwiegenden Teil von staatlichen Stellen verwaltet und ausgezahlt werden; und ich wünschte mir, dass diese staatlichen Stellen ihre Aufgaben mit derselben Akkuratesse und demselben Verantwortungsbewusstsein wahrnehmen, wie sie dies (zu Recht) vom SZS u.a. bei der Dokumentation der Mittelverwendung erwarten. Die gewonnene Unabhängigkeit würde zusätzliche Möglichkeiten eröffnen, das enorme Potenzial an Kreativität, das ich bei den MitarbeiterInnen des SZS sehe, in noch stärkerem Maße zum Wohl unseres Quartiers zum Einsatz zu bringen. Und natürlich wünsche ich dem SZS das notwendige Quäntchen Glück, das jeder braucht, der selbständig und unter unvermeidlicher Inkaufnahme von Risiken in bislang wenig entwickelte Bereiche sozialer Arbeit vorstößt.

Hanfried Wiegel-Herlan 

detlef_haase2004 lernte ich das Stadtteilzentrum Steglitz und seine Arbeit in Person von Thomas und Veronika Mampel näher kennen. Damals wurde FAMOS vom Stadtteilzentrum angesprochen, ob wir in Kooperation das „Alte Waschhaus“ neu beleben wollen. Es war der Start für eine erfolgreiche, praxisorientierte Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe. Egal ob es um die Weitergabe von
Informationen, die Verfügbarkeit von Ressourcen, wie Erfahrungen, Personal oder Räumen ging, stets war das Stadtteilzentrum hilfsbereit. Neben seinem Engagement im gesamten Bezirk wurden im Rahmen sozialräumlicher Orientierung weitere gemeinsame Projekte, wie Elternschulungen, Befragungen, gemeinsame Fortbildungen oder Feste geplant und umgesetzt. Die Mitarbeiter, die ich im Verlauf dieser Zusammenarbeit kennen lernen durfte,  begegneten einem immer freundlich und offen, sodass ich, wenn ich heute in eine der Einrichtungen komme, oft das Gefühl habe dazu zu gehören. In der Umsetzung von Projekten waren alle mit großem Engagement dabei. Der „kieztreff“ (ehm. „Altes Waschhaus“) wurde Dank dieser Zusammenarbeit zu einem begehrten Anlaufpunkt der Bewohner in Lichterfelde Süd entwickelt. Heute verbinde ich mit dem Stadtteilzentrum Steglitz einen Träger, der stets ein offenes Ohr für die kleinen und großen Menschen der Region hat und durch seine Innovationskraft geeignete Antworten auf drängende Fragen gibt.

Ich wünsche dem Stadtteilzentrum Steglitz und seinen Mitarbeitern, dass es ihnen auch zukünftig gelingt, im Kontakt mit den Menschen zu bleiben und dort Angebote zu machen, wo Hilfe und Förderung gebraucht wird. Ganz besonders drücke ich die Daumen, dass es gelingt „Eine Halle für alle“ zu bauen und somit neue Wege zu einem sportlichen Miteinander jenseits von eingefahrenen Strukturen zu beschreiten. Bleibt offen für die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren in der Region, denn nur so wird es möglich sein, die Gestaltung eines angenehmen Lebensumfeldes für die Bewohner des Kiezes umzusetzen.
 
Herzlichen Glückwunsch zum 15-jährigen Bestehen!
Detlev Haase
 
 
 
uwe_lammMit dem Stadtteilzentrum verbinde ich den Namen „Mampel“. Genauer: Thomas Mampel. Noch exakter unter die Lupe genommen ist es ja die wunderbare Fusion von Veronika und Thomas Mampel, durch die das Stadtteilzentrum ein eigenes und besonderes Gesicht in der Berliner Trägerlandschaft erhalten hat.  Erfreulicherweise macht die Zusammenarbeit mit den Mampels Spass, sie ist fachlich hochwertig und durchweg „psycho-unlastig“. Das ist in unseren beruflichen Breitengraden etwas besonderes.
Spannend ist unsere – wenn auch lose – dialogische Zusammenarbeit auch dahingehend, dass keine Idee verrückt genug wäre, um mit Thomas Mampel kein ernsthaftes Gespräch darüber zu führen. So entsteht Veränderung, so wird Soziale Arbeit zur Gestalterin des Wandels. Dieses Kompliment möchte ich in den Mittelpunkt meiner Gratulation stellen: (Post)moderne Sozialarbeit moralisert nicht, nein, sie agiert zwischen freiem Markt und Gemeinnützigkeit und gestaltet mit den Bürgerinnen und Bürgern lebenswerte Räume. Sie arbeitet mit den Themen der betroffenen Menschen und nicht mit den Problemen, welche die Gesellschaft mit ihnen hat. Diese bemerkenswerte Unterscheidung (oder: Qualität) würde ich der Arbeit des Stadtteilzentrums jederzeit zuschreiben.Auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit und viele kreative Outputs … Denn davon lebt Berlin!
 
 
Ich grüße Sie freundlich,
Uwe Lamm
 
 
 
 
Hurra – 15 Jahre!
ilka_biermannDas Stadtteilzentrum Steglitz e.V. ist als Träger der freien Jugendhilfe seit seiner Gründung ein wichtiger und verlässlicher Partner des Jugendamtes Steglitz-Zehlendorf.
Mit seinen innovativen und konstanten Angeboten für Kinder, Jugendliche und deren Familien aber auch generationenübergreifend leistet der Verein viele Beiträge zum Gelingen kiez- und sozialraumorientierter Arbeit in Lankwitz, Lichterfelde-Süd und Ost aber auch in Lichterfelde-West. Begonnen hat die Zusammenarbeit zwischen dem Stadtteilzentrum Steglitz e.V. und dem Jugendamt im Jahre 1997 vor der Bezirksfusion im ehemaligen Steglitz, damals noch als Nachbarschaftsverein Lankwitz e.V., mit dem Streetworkprojekt OUTREACH in Lankwitz-Ost und der anschließenden Öffnung des Jugendtreffs „Bunker“ in der Malteserstraße. 1998 gelang es dem Verein die Einrichtung des sportorientierten Kinder-, Jugend- und Familientreffs „Alte Eisbahn“ in der offenen Arbeit Akzente zu setzen. Der Verein hat sich in der Tagesbetreuung von Kindern in Kindertagesstätten und Schüler/innenclubs, durch Schulstationen und Kinder-, Jugend- und Familienzentren etabliert. So stellen z.B. das Kinder- und Jugendhaus Immenweg im Ortsteil Steglitz und das Kinder-, Jugend- und Familienzentrum Osdorfer Straße nicht wegzudenkende Angebote zur Verfügung. Hier sei insbesondere das Kinderrestaurant Lichterfelde erwähnt. Der Jugendtreff „Bunker“ ist eine feste Größe für Jugendliche im Bezirk.
Die Stadtteilkonferenz in Lankwitz und der Runde Tisch in Lichterfelde-Ost sind Treffs für Bürger und Bürgerinnen um gemeinsam mit professionellen Akteuren, Vereinen und Politikerinnen ihren Lebensraum zu gestalten. Diese Treffs sind durch die Mitarbeit des Stadtteilzentrums Steglitz e.V. geprägt. Der Verein trägt Verantwortung für die Belange der Bewohner und Bewohnerinnen dieser Ortsteile und beteiligt sich rege am Aufbau eines Bildungshauses in der Thermometersiedlung.
Der Verein verfolgt seit Kurzem wieder eine neue Idee. Weil im Bezirk zu wenig Hallensportzeiten für Kinder und Jugendliche in diesem Sozialraum zur Verfügung stehen, sammelt er Geld (und benötigt mindestens 1 Mio €), um selbst eine solche Sporthalle zu errichten. Um dieses Ziel zu erreichen, scheute der Verein keine Mühe und gründete sogar eine hauseigene Rockband: „Telte“ hat bereits bei mehreren Auftritten gezeigt, dass sie sich hören lassen kann.
Das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. stellt sich immer wieder neuen Herausforderungen. Aktuell übernimmt der Verein im Rahmen eines stadtweiten Projektes „Kinder in Angst brauchen Schutz“ gemeinsam mit der Gewerkschaft der Polizei die Einrichtung von „Notinseln “. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen besuchen Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnen des Vereins Gewerbetreibende, um solche Notinseln für Kinder zu installieren.
Nicht alle Projekte des Vereins sind ausführlich gewürdigt, aber alle zu empfehlen, deshalb wird den lieben Lesern und Leserinnen geraten, sich durch einen Besuch mit Ihren Kindern in den Einrichtungen vor Ort selbst zu überzeugen und allen Ihren Nachbarn davon zu erzählen.
Das Jugendamt Steglitz-Zehlendorf wünscht sich das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. auch zukünftig als Partner, bedankt sich für die bisherige gute Zusammenarbeit bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Vereins, bei seiner Geschäftsführung, Thomas Mampel, und dem Vorstand und hofft dass es gelingt, das bisher gezeigte Engagement für die Kinder- und Jugendlichen und deren Familien im Bezirk aufrecht zu erhalten.
 
Für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Verwaltung des Jugendamtes gratuliert herzlich
zum 15 jährigen Bestehen des Vereins
Ilka Biermann
 
 
 
 
anke_otto
 
 
Das Stadtteilzentrum Steglitz ist für mich in all den Jahren immer ein engagierter und verlässlicher Partner, wenn es um die Belange von Kindern und Jugendlichen geht. Mit Ideenreichtum und Kreativität wurden neue Ideen entwickelt und Angebote zusammen mit den bezirklichen Gremien erarbeitet.
Ich wünsche dem Stadtteilzentrum weiterhin viel Erfolg, Offenheit für neue Entwicklungen, ein engagiertes und tatkräftiges Team und ein bischen Glück, das gehört immer dazu.
 
Anke Otto
Bezirksstadträtin für Jugend, Umwelt und Schule
 
 
 
 
 
 
Stadtteilzeitung Steglitz-Zehlendorf, Nr. 142 – November 2010

 

 

 

 

Hineingewachsen

Hochachtung war das Gefühl, das ich das erste Mal hatte, als ich mir ernsthaft Gedanken über das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. machte und Hochachtung ist es bis heute geblieben. Als junge zugezogene Mutter in Berlin hatte ich vorher nie einen Bedarf oder Bezug zu einem Verein, der sich mit sozialer Arbeit befasst hat. Das sollte sich aber gewaltig ändern.

Meine erstgeborene Tochter kam 1997 in den Kindergarten im sogenannten Carstenn-Schlösschen oder auch Gutshaus Lichterfelde genannt. 1999 wurde den Eltern der Kita-Kinder mitgeteilt, dass die Kita von heute auf Morgen geschlossen wird, der Träger konnte nicht weiter machen. Wohin mit den Kindern? Eine kleine Elterngruppe formierte sich, die sich für den Erhalt der Kindertagesstätte einsetzen wollte. Eine der Mütter kannte einen kleinen sozialen Verein, der im Halbauer Weg seinen Sitz hatte –
der Nachbarschaftsverein Lankwitz e.V.. Hier stießen die Eltern auf offene Ohren, fanden Hilfe und schon sehr bald, im Juni 1999 wurde die Kindertagesstätte und somit auch das ganze Gebäude Guts-haus Lichterfelde, als Vereinssitz übernommen. Der Verein, nun in Lichterfelde ansässig, benannte sich in das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. um. Die Übernahme und der Umzug war eine Hauruck-Aktion und alle Beteiligten, ob Vereinsangestellte oder Eltern, wuchsen zu einer Gemeinschaft zusammen mit dem
Gefühl etwas geschafft zu haben. Über dem ganzen Haus schwebte Gründerstimmung und ein sehr familiärer und freundschaftlicher Charakter. Ab diesem Zeitpunkt konnte man fast zuschauen, wie sich das Stadtteilzentrum Steglitz entwickelte und immer weiter wuchs.

Ich hatte mittlerweile zwei Kinder in der Kita und mein Wunsch, wieder berufstätig zu werden, wuchs. Durch das Arbeitsamt bekam ich das Angebot zu einer einjährigen Weiterbildung in meinem Beruf als Grafikerin im Computerbereich. Dazu mussten die Kinder ganztags untergebracht werden, was schließlich durch Absprachen mit der Kita und befreundeten Familien gelang. Zeitgleich kam die größere Tochter in die Schule und fand Aufnahme im Hort der Schülerbetreuung Memlinge, die damals noch unter der Ägide des Fördervereins der Kronach-GS stand. Auch hier erlebten wir als Eltern, dass der Förderverein 2002 den Hort aufgeben wollte, doch nun wussten wir ja, wo Hilfe zu finden war. Und wieder erlebten wir die Übernahme, diesmal des Hortes, durch das Stadtteilzentrum. Die Unterbringung meiner Kinder war gesichert und ich konnte mein Studium fortsetzen.

Am Ende des Studiums stand ein zweimonatiges Projekt. Dazu musste ich mir einen Auftraggeber suchen. Aus einer Idee heraus stand ich im Büro des Geschäftsführers Thomas Mampel und machte das Angebot, zwei Monate kostenfrei für den Verein zu arbeiten. Der erzählte mir gleich, er brauche ein Logo, Geschäftspapiere, ein neues Programmheft und jemanden, der die Stadtteilzeitung wieder gestalten könne. Eine neue Internetseite wäre wohl auch noch recht geschickt und ich ging mit roten Ohren und voller Ideen nach Hause. Später hat er einmal zugegeben, dass er eigentlich gar nicht so richtig daran geglaubt hatte, aber – mit zwei Kommilitoninnen haben wir es geschafft. Am Ende des Projekts, im Januar 2003, stand das Logo, das erste Programmheft war gedruckt und die Internetseite konnte ans Netz gehen.

Und so bin ich in das Stadtteilzentrum quasi hineingewachsen. Seit April 2003 konnte die Stadtteilzeitung nach einer halbjährigen Pause wieder im Bezirk verteilt werden. Ich konnte zuhause an Zeitungen und Programmheften arbeiten, war für die Kinder da und trotzdem wieder im Beruf. Das Stadtteilzentrum wurde immer größer und viele Einrichtungen kamen hinzu. Durch meine Arbeit hatte ich immer den Vorteil mit allen zu tun zu haben und so auch alle zu kennen. 2008 ergab sich eine personelle Veränderung im Stadtteilzentrum. Mit nun großen Kindern und wieder mit neuen Ideen gewappnet, beschlossen wir eine Festanstellung im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Hier fasziniert mich die Möglichkeit der Kommunikation auf allen Ebenen, mit Kollegen, dem Bezirk, den Lesern der Stadtteilzeitung und vielen anderen mehr. Ebenso die Herausforderung alle Medien, ob Print oder Internet zu nutzen. Natürlich musste ich auch Federn lassen und viel dazu lernen. Sozialarbeiter haben beispielsweise eine andere
Zeitrechnung als Menschen, die in der Wirtschaft arbeiten. 🙂 Gelernt habe ich aber vor allen Dingen, was soziales Engagement ist. Sehe, mit welchen Hürden meine Kollegen in den Einrichtungen zu kämpfen haben. Budgetmittel werden gestrichen, amtliche Auflagen müssen erfüllt werden, Zeit fehlt grundsätzlich immer, um alles so erledigen zu können, wie man es sich eigentlich wünschen würde. Und doch stecken diese Kollegen voller Ideen, Enthusiasmus und Tatenkraft, wie man immer wieder etwas verbessern kann, dem ein oder anderen unkonventionell helfen kann oder ein neues Projekt entstehen lässt, das den Bezirk wieder bereichert. Meinen Respekt!
Das damalige Kitakind hat schon ein kleines Praktikum im Stadtteilzentrum gemacht. Die Geschichte geht weiter. Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung und habe ja noch viel Zeit. Der Kita sind wir entwachsen, zurzeit ist eher das Nachbarschaftscafé interessant, aber da gibt es noch ein Seniorenzentrum … hochachtungsvolle Geburtstagsgrüße Stadtteilzentrum!

Anna Schmidt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

(Stadtteilzeitung Nr. 142 – November 2010)

Erfolg auch durch Ehrenamt

15 Jahre Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

Erfolg auch durch Ehrenamt

Die Stadtteilzeitung Steglitz-Zehlendorf lebt wie viele andere Projekte des Stadtteilzentrums Steglitz e.V. auch und insbesondere durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Deshalb möchten wir den Lesern einen unserer „altgedienten“ Redakteure vorstellen:
Ehrenamtlich tätig für die Stadtteilzeitung – Vom Ingenieur zum Redakteur

„Erst die Pflicht, dann die Kür“. Unter diesem Motto steht meine Tätigkeit als ehrenamtlicher Redakteur bei der Stadtteilzeitung Steglitz-Zehlendorf, deren Redaktionsteam ich seit Anfang 2006 angehöre.

Die Pflicht – das waren fast 40 Berufsjahre im Bauwesen und als Architekt, prall gefüllt mit Höhen und Tiefen, überwiegend jedoch mit Schönem. Erlernt habe ich den Beruf buchstäblich „von der Pike auf“: Maurerlehre, Gesellenzeit, Studium zum Bauingenieur, Zweitstudium zum Diplomingenieur, Architekt. Begonnen hat es mit dem Entwerfen und Bauen von Einfamilienhäusern in der Provinz, mit Planung und Bauen von Museumsbauten für die Staatlichen Museen zu Berlin endete es. Das Mitwirken an den Kulturbauten (darunter Gebäude des Weltkulturerbes und von Altmeister Karl Friedrich Schinkel) hat für ein rundes Vierteljahrhundert mein Berufsleben – die „Pflicht“ – geprägt.

Die Kür – das ist jetzt die Zeit danach, jedoch ohne täglichen Termindruck, Besprechungen und Stress. Diese Zeit ist auch weiterhin ausgefüllt mit kreativen Tätigkeiten, für die ich schon immer eine Vorliebe hatte: nun jedoch selbständig und zeitlich unabhängig mit Schreibstift, Notizblock und Kamera statt mit Zeichenstift, Bauordnung und Zollstock. Und dabei ausgiebig meiner Leidenschaft, dem Fotografieren, nachgehend. Interessante und vielseitige Themen für meine Berichte und Aufnahmen finden sich in den unterschiedlichsten Bereichen, vorwiegend im Zeitgeschehen und im kulturellen Bereich. Die Aufgabe, eine Zeitung mitzugestalten, die Arbeit im Redaktionsteam, Recherchen für die Berichte zu sammeln: Das alles macht nicht nur Spaß, es ist eine große Bereicherung und immer wieder eine neue Herausforderung. Interessant, dass dabei viele Parallelen zwischen der Arbeit eines Architekten und der Tätigkeit eines Redakteurs festzustellen sind. Welche sind das? Was haben beide Berufe gemeinsam? Kurz gesagt: Freude am Gestalten und Kreativität! Die wird in beiden Berufen benötigt. Sie ist Voraussetzung für den Entwurfsprozess, welcher mit dem Schreiben von Berichten zu vergleichen ist.

Der Architekt: Am Anfang entsteht in seinem Kopf die Idee eines Bauwerks, einem Grundriss, den Ansichten, von Details. Das wird zu Papier gebracht: erst grob skizziert, dann verfeinert, verworfen, geändert und in allen Einzelheiten mit Bauherrn, Behörden und Fachingenieuren abgestimmt. Irgendwann ist der Entwurf baureif und kommt zur Ausführung.

Der Redakteur: Nicht anders verhält es sich mit dem Verfassen eines Berichts. Auch hier steht am Anfang die Idee, vor einem liegt ein leeres Blatt Papier. Einige Gedanken und Sätze werden aufgeschrieben, Worte und ganze Absätze hin- und hergeschoben, verworfen, geändert (wobei das Schreibprogramm des Computers eine wertvolle Hilfe ist) und gekürzt. Das hört sich leicht an, ist jedoch eine der schwierigsten Aufgaben beim Schreiben. Denn wenn das Thema mal wieder so interessant ist, gerät der Artikel leicht zu lang und muss gekürzt werden: Die Seitenanzahl der Stadtteilzeitung ist vorgegeben und der zur Verfügung stehende Platz ist begrenzt. Irgendwann ist auch das geschafft und der druckreife Bericht steht auf dem vormals leeren Blatt Papier, rechtzeitig vor Redaktionsschluss.

Das Team: Aus vielen Details entsteht ein Bauwerk – aus vielen Berichten entsteht eine Zeitung. Auch hier gibt es wieder Parallelen: im Architekturbüro das Projektteam mit einem Projektleiter, bei der Zeitung das Redaktionsteam mit dem verantwortlichen Redakteur V.i.S.d.P. – Teamwork bei beiden Tätigkeiten ist alles. Und darüber schweben der Büroinhaber (Chefarchitekt) bzw. der Herausgeber, die – sowohl beim Entwurf als auch beim Bericht – immer das letzte Wort haben …
Wie heisst es so treffend: „Dem Ingenieur fiel nichts zu schwör – das gilt auch für den Redakteur …“

Peter Dörrie

(Stadtteilzeitung Nr. 142 – November 2010