Bereits seit April 1999 tagt der „Runde Tisch Lichterfelde-Süd“ in der heutigen Form und Zusammensetzung. Ursprünglich eher auf die Region Thermometersiedlung ausgerichtet, hat er sich seit 2004 auf das gesamte Gebiet Lichterfelde Süd und Ost ausgeweitet. In regelmäßigen Abständen kommen am Runden Tisch interessierte Bürgerinnen und Bürger, Vertreter sozialer Einrichtungen, Bezirksamt, Jugendamt, Kirchen, Polizei, Wohnungsbau-Gesellschaft, Firmen und Gewerbetreibende, etc. zusammen, um sich miteinander bekannt zu machen, Informationen auszutauschen und Probleme der Region offen zu besprechen und miteinander anzugehen.

Einiges konnte durch dieses Gremium in der Vergangenheit schon bewegt werden. So waren engagierte Bürgerinnen und Bürger an der Gestaltung des Wasserplatzes in der Thermometersiedlung maßgeblich beteiligt. Auch die Installation von Hundetoiletten in der Thermometersiedlung und die Graffitientfernung am Lilienthal-Denkmal konnten durch Beteiligung und Initiation von Bürgerinnen und Bürgern erfolgreich umgesetzt werden. Darüber hinaus konnten in einer gemeinsamen nachbarschaftlichen Aktion die Parkbänke am Scheelemarktplatz instand gesetzt und optisch aufgewertet werden.

Anliegen, Fragen und Bedürfnisse von Bürgerinnen und Bürgern in der Region konnten und können am Runden Tisch eingebracht, besprochen und an die verantwortlichen Politiker und an gemeinnützige Organisationen im Bezirk direkt weitergegeben werden. Initiativen zur Verbesserung des Zusammenlebens zwischen Jung und Alt und für einen familienfreundlichen Kiez sind die Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit von Bürgerinnen und Bürgern und den teilnehmenden Organisationen beim Runden Tisch.

Dazu gehört auch die Ausrichtung und Beteiligung an Kiezfesten und gemeinsamen nachbarschaftlichen Aktionen. Der Runde Tisch und der Erfolg gemeinsamer Aktionen durch Initiativen aus der Bürgerschaft sind auf der einen Seite vom bürgerschaftlichen Engagement in der Nachbarschaft, auf der anderen Seite von der Beteiligung gemeinnütziger Organisationen abhängig. Durch einen gemeinsam durchgeführten Kiezspaziergang konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dokumentieren, an welchen Stellen es im Kiez zwickt. Da waren vor allem dringend überholungsbedürftige Spielplätze, deren Zustand in einer Fotodokumentation festgehalten wurden. Nachdem diese an die entsprechenden Stellen weitergeleitet wurde, wurden zumindest die bestehenden Gefahrenquellen sehr zeitnah beseitigt, was die Beteiligten als ersten kleinen Erfolg ihrer Initiative bewerten.

Darüber hinaus ging von den Bürgerinnen und Bürgern im vergangenen Jahr die Idee aus, ein Angebot zum Thema Gewaltprävention für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Diese Idee aus der Bürgerschaft stellt nun die Grundlage dar, auf derer Kinder- und Jugendeinrichtungen im Kiez eine Projektwoche zu diesem Thema konzipiert haben. Gemeinsam wurden Angebote zusammengestellt, um im Rahmen der Projektwoche und im Sinne der Idee des Runden Tisches ein Programm für Kinder und Jugendliche zu schaffen, sich intensiv und pädagogisch begleitet mit dem Thema Gewalt auseinanderzusetzen. Die Projektwoche fand vom 25. bis 29. September statt. An jedem Tag fanden in unterschiedlichen Kinder- und Jugendeinrichtungen Aktionen zum Thema Gewalt statt. Im KiJuNa gab es ein Musikprojekt, das über die Woche hinaus bis heute weiterläuft, in dessen Rahmen Kinder ein Musikstück entwickeln und aufnehmen. Darüber hinaus wurden Plakate und Collagen gemalt und gebastelt, die im KiJuNa ausgestellt wurden. Den Abschluss der Projektwoche bildete eine von Kindern für Kinder durchgeführte Talkshow. Hier haben sich die Kinder über ihre Erfahrungen mit Gewalt in ihrem Kiez ausgetauscht und sich gegenseitig Möglichkeiten aufgezeigt, sich vor ihr zu schützen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Die im Verbund Ostpreußendamm organisierten Institutionen und Einrichtungen planen eine Fortsetzung des Projekts im Jahr 2018. So hat der Runde Tisch Lichterfelde-Süd den Anstoß gegeben, ein im Kiez wichtiges Thema aufzugreifen und trägerübergreifend mit Kindern und Jugendlichen daran zu arbeiten, bessere, weil sichere Lebensbedingungen in der Region zu schaffen. Die Aktion zeigt, dass sich bürgerschaftliches Engagement manchmal nur in einer Idee äußert, die dann von jeweiligen Fachkräften aufgegriffen und umgesetzt werden kann. Dafür bieten die Runden Tische in Steglitz-Zehlendorf ein ideales Forum.

Der Runde Tisch Lichterfelde-Süd/Südost und die weiteren Runden Tische im Bezirk bieten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit sich für ihren Kiez und ihr Umfeld einzusetzen, starkzumachen und zu engagieren. Eine Form organisierten bürgerschaftlichen Engagements, die seit vielen Jahren erfolgreich in den gesamten Bezirk wirkt.

Kristoffer Baumann

Ein Beitrag aus dem Magazin „Im Mittelpunkt“ 4/2017 mit dem Leitthema „Runde Tische und Bürgerbeteiligung“
Das ganze Magazin können Sie als eBook oder interaktives Pdf herunterladen, die gedruckte Version, einschließlich dem Einleger mit allen Veranstaltungen des SzS, finden Sie in unseren Einrichtungen.

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