Bürgerinitiative Lankwitz „Dresdener Bahn“
im Stadtteilzentrum Steglitz e.V. - Ostpreußendamm 159, 12207 Berlin

Zur Geschichte des Planfesteststellungsverfahrens Dresdener Bahn Stand 9-2011
Die Bahn plant, parallel zur derzeitigen S-Bahn Trasse der Linie S-2, zwei zusätzliche Gleise zu verlegen,auf denen die Fernbahn nach Dresden und der Flughafenshuttle zum Flughafen BBI verkehren sollen. Ca. 530 Züge sollen nach derzeitigen Hochrechnungen dann täglich auf den Gleisen fahren.
Die Bürgerinitiative Lankwitz „Dresdener Bahn“ bemüht sich seit ca. 12 Jahren, die Gestaltung der neuen Bahntrasse so zu beeinflussen, dass Lärm und Erschütterung aber auch der optische Eindruck und andere Belästigungen für die Bürger erträglich bleiben. Aufgrund der ersten Diskussionen vor der Jahrhundertwende veränderte die Bahn ihr ursprüngliches Konzept so, dass die Trasse etwas weiter von den dichter bewohnten Bereichen verschoben wurde als geplant und so Enteignungen und Erschütterungsbelastung erheblich verringert werden konnten. Die Bahn wollte damals auch die gesamte Trasse, inklusive S – Bahn auf einen Erschütterungs-mindernden Untergrund legen und außerdem die Lärmemission durch eine besondere Gleispflege, das „besonders überwachte Gleis“ BüG, weiter reduzieren.
Seit 2006 ist das gesamte Konzept so nicht mehr geplant. Anstelle der Gleispflege sollen jetzt ersatzweise Lärmschutzfenster eingebaut werden, die viele Bürger hinter verschlossene Fenster verbannen.
Der erschütterungsmindernde Untergrund wird nur noch teilweise und nicht mehr für die S – Bahn geplant.
Die Bürgerinitiative Lankwitz hat damals die Politik auf die Situation aufmerksam gemacht. Positive Reaktionen kamen von Bundestagsabgeordneten der SPD und der CDU sowie der Bezirksregierung. Außerdem haben wir für die gemeinsamen Stellungnahmen und die Verstärkung unserer Position bei den öffentlichen Erörterungen anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen ( finanziert aus Spenden ).
2009 wurde nun von Seiten der DB eine Mittelschallschutzwand ( zwischen S-Bahn und Fernbahn) zusätzlich eingebracht, hierdurch konnte die Betroffenheit reduziert werden.
Ein Wermutstropfen bleibt: Die DB möchte das „besonders überwachte Gleis“ BüG weiterhin ersatzlos streichen.
Die Lärmschutzwände beginnen nun im Bahnhofsbereich Attilastrasse an der Westseite der Gleise südlich verlaufend.
Am nördlichen Teil des PFA 1 fehlt weiterhin jeder Lärmschutz bis in den Bahnhof Attilastrasse; dies betrifft den großen Mietshausbereich Steglitzer Damm, Kelchstrasse und Langensteiner Weg.
Zu den Brücken Attilastrasse und Teltowkanal fehlen weiterhin klare Angaben über Erschütterungs- und Lärmschutz.
Die Erwartungen der Bürger an die Politik sind groß, denn von einer umweltschonend gebauten Trasse, die nachhaltig Lärm und Erschütterung weitgehend vermeidet, hängt die zukünftige Struktur des Bezirks ab. Wenn die Belästigung der Anlieger zu hoch ist, wird der Wohnwert sinken und als Folge davon eine negative Entwicklung der Sozialstruktur in Zehlendorf – Steglitz zu erwarten sein.
Die Politik kann das eventuell beeinflussen, da die Bahn den Einsatz von Lärmschutz – und Erschütterungs-schutzmassnahmen auch davon abhängig macht, ob sie die Kosten aus Ihrem Budget tragen muss oder ob die Kosten als Investition aus Bundesmitteln finanziert werden. Hier könnte die Politik steuernd eingreifen, z.B. indem sie Wartungskosten der Gleise, die zur Lärm – und Erschütterungsminderung beitragen, wie Investitions-kosten behandelt und kostenneutral aus dem entsprechenden Subventionstopf bezahlt.
Der Flughafen BBI soll 2012 in Betrieb gehen.
Die Bahnanbindungen werden nun über die Stecke über Adlershof /Karlshorst und über die Anhalter Bahn ver-wirklicht.
Die Anwohner der Anhalter Bahn werden dadurch bis an die Grenzen der Zumutbarkeit belastet.
Die DB scheint starke Probleme mit der Planung und Umsetzung der Dresdener Bahn zu haben, ansonsten ist so eine so lange Schwebephase eines Planfeststellungsverfahrens nicht mehr erklärbar. Das kostet uns seit 12 Jahren Zeit und Geld.
Die den betroffenen Bürgern dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten müssten von der DB erstattet werden.
Ein Ende ist auch weiterhin nicht in Sicht:
Die Brücke über die Großbeerenstrasse muss wohl neu geplant werden.
Die Durchfahrung von Lichtenrade ist weiterhin oberirdisch geplant, eine Umplanung, z.B. Tunnellösung würde wohl auf eine Absenkung vor Schichauweg hinauslaufen. Dies würde eine erneute Änderung der Planungsunter-lagen auch im PFA 1 bedeuten.
Ein Bahnvertreter äußerte unlängst, dass wohl nicht vor 2019 mit dem Bahnbetrieb auf dieser Strecke gerechnet werden kann ……
2011/9

Glückwunschbrief zum 15ten Jubiläum des Stadtteilzentrums
Lieber Herr Mampel, liebe Mitarbeiter,
mit dem 15jährigen Jubiläum Ihres Hauses machen Sie uns bewusst, wie lange wir schon Schutz unter Ihrem Dach finden!
Seit 1998 geht es nun schon um die Dresdener Bahn, wir haben viel erreicht, müssten aber für den Bereich Attila Straße – Steglitzer Damm noch mehr erreichen, dort wird so gut wie nichts für die Anwohner getan! Der Bezirksbürgermeister Herr Kopp nimmt sich hoffentlich der Sache weiterhin an.
Unsere Zusammenarbeit begann am Halbauer Weg, völlig unkompliziert halfen Sie uns.
Eine erste öffentliche Gesprächsrunde wurde, auch mit Hilfe von Herrn Wiese, der sich für den S-Bahnhof Kamenzer Damm einsetzte, organisiert (Der S- Bahnhof wurde leider vom Land Berlin nicht bestellt und ist somit in der Planung nicht berücksichtigt.).
Der Neue Gemeindesaal der evangelischen Kirche Alt Lankwitz wurde uns zur Verfügung gestellt. Viele Betroffene nahmen an der Information- und Gesprächsrunde teil.
Ihr Haus half mit Organisation und Moderation, es gab ein Treffen mit höheren Vertretern der DB, die leider heute weitgehend nicht mehr für die DB tätig sind. Wir bekamen Zusagen, die auch eingehalten wurden: Es gab eine erneute Auslegung mit verschobenen Gleisen, die nicht mehr so nah am Bischofsgrüner Weg und Freymüller Weg lagen! Die vielen regelmäßigen Montags-Gesprächsrunden, in Ihrem damaligen Zentrum am Halbauer Weg, halfen uns den Zusammenhalt der Betroffenen zu finden.
Wir haben nun insgesamt 4 Auslegungen hinter uns. Den organisatorischen Aufwand hat Ihr Haus immer mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt.
Dafür sind wir Ihnen und Ihren Mitarbeitern zu großem Dank verpflichtet.
Wir wünschen Ihnen weiterhin so viele Schaffenskraft um benachteiligten Menschen zu helfen und ihnen das Leben lebenswerter zu machen.
Mit freundlichem Gruß
Lutz Blume und Bernd Steffen für die BI Dresdener Bahn
2010/11
